Die Folgen systematischer Quälerei entwickeln sich langsam aber leider sehr nachhaltig. Der andauernde massive Stress und die allgemeine Ignoranz des Problems und damit die Abweisung der Betroffenen führen zu erheblichem körperlichem, seelischem und sozialem Schaden. Ein Quäler hält sein Opfer systematisch unter ständigem Stress. Durch wiederholte Grenzverletzungen erzeugt er Angst und Scham, und das über lange Zeit. Wenn niemand von außen eingreift, kann ein Täter frei agieren, das Opfer bleibt isoliert. Es entwickeln sich ganze Kreisläufe aus Angst und Scham, die Isolation vertieft sich. Soziale Isolation wirkt auf Menschen belastend, schmerzhaft, schädlich und schließlich zerstörerisch. Der "soziale Tod" zieht psychische Vernichtung nach sich und bahnt den körperlichen Tod an. Wer gequält wurde, leidet unter Angst, ständiger Angst, Panikattacken, Phobien. Häufig entsteht eine Depression, ein Versinken in Hoffnungslosigkeit, ein Gefühl völliger Leere, Sinn- und Ausweglosigkeit. Selbst wenn die Quälerei beendet werden konnte, bleiben die Situationen der Quälerei ständig präsent und aktuell, statt zu Erinnerungen zu werden und emotional "abzukühlen". In diesem andauerndem Zustand von Angst erscheint ein Betroffener möglicherweise wie abwesend und verwirrt, eine posttraumatische Belastungsstörung ist entstanden. Auch körperlich hat starker, andauernder Stress Folgen. Es entsteht eine besondere Art der Erschöpfung, eine Nebennierenschwäche, eine Adrenal Fatigue. Das bedeutet, es wird zu wenig Cortisol gebildet,  vielfältige Symptome und Folgekrankheiten entstehen, unter anderem wiederum Depressionen. Teufelskreise der Folgen entstehen. Nach Verletzungen, die vom sozialen System meist nicht wahrgenommen werden kommt es zu einer Krankheit, die zwar häufig ist, aber von der Schulmedizin nicht wahrgenommen wird. Die Betroffenen leiden langfristig unter Erschöpfung, sind nicht leistungsfähig oder belastbar, sind häufig krank und kommen auch mit geringen Anforderungen nicht mehr zurecht. Wenn die Quälerei tatsächlich vorbei ist, bricht das Lebendes Betroffenen möglicherweise immer noch weiter zusammen. Ängste, Schlafstörungen und Krankheiten, die über Jahre andauern können, führen meist zum Verlust von Arbeitsplatz und Existenz. Es folgen Beziehungsprobleme, familiäre Probleme,soziale Probleme, die Folge der Quälerei sind, aber so nicht verstanden werden. Das Opfer hat in dieser Phase oft Verluste zu betrauern, bleibt damit ohnmächtig und allein. Suizid liegt nahe, die Belastung, die Einsamkeit, die Verluste sind schwer zu verkraften. Sprachlosigkeit, Ohnmacht und Ignoranz von außen lassen wenig Auswege offen. Wenn nach Jahren das Leben des Opfers sich möglicherweise auf einem ganz anderen Niveau, in einer anderen Form, wieder einspielt, gehören Sprachlosigkeit, Isolation und Ohnmacht schon dazu. Die Gesundheit ist ruiniert, der Selbstwert gering, Vertrauen in Menschen verschwunden. "Verbittert" heißt es dann. Tatsächlich verändert die Quälerei eines Einzelnen aber jedes Mitglied des sozialen Systems. Nur scheinbar entsteht Zusammenhalt in einer Gruppe durch das Abreagieren an einem einzelnen "Sündenbock". Scham und Angst sind ansteckend, das soziale Klima wird härter, Vertrauen, Solidarität und Integrität schwinden. Quälerei kommt häufig vor und ist meistens erfolgreich. Jeder kann betroffen sein. Der Schaden für den einzelnen kann dramatisch sein, für das soziale System und damit jeden, der dazu gehört, ist er in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht beträchtlich. Buchtipp: Argeo Bämayr  “Das Mobbingsyndrom” http://mobbingsyndrom.de/ Folgen